Die Elektrostimulation ist nicht mit einer Dopingtechnik gleichzusetzen.

 

Es handelt sich um eine absolut sichere Technik, die das willentliche Training in einzi

zgartiger Weise ergänzt. Diese Technik kann zu Muskelzuwachs führen (oder die Erholung erleichtern), was eine erhöhte Intensität der Muskelaktivität zur Folge hat. Dadurch unterscheidet sie sich stark von einer rein passiven Technik, die keine ernsthaften Auswirkungen hat und die Motivation des Sportlers fordert.
Keine nationale oder internationale sportliche Instanz bzw. kein nationaler oder internationaler Sportverband, darunter das Internationale Olympische Komitee, sieht die Elektrostimulation als eine Dopingpraxis an, daher ist die Verwendung dieser Technik nicht verboten.


Es gibt mehrere Gründe für diese Ansicht:

1. Keine negative Wirkung auf die Gesundheit

Es sind weder mittel- noch langfristig jemals Anzeichen für eine negative Wirkung auf die Gesundheit festgestellt worden, nicht einmal bei Patienten, die Elektrostimulation seit vielen Jahren täglich verwenden, wie es mitunter bei bestimmten medizinischen Indikationen der Fall ist.

2. Die Wirkung ist natürlich

Die Elektrizität besitzt keine Eigenschaft, die es erlaubt, 'künstlich' eine mindere Qualität des neuromuskulären Systems zu entwickeln. Die Wirkung ist natürlich.

3.Die Muskelkontraktionen sind den durch willentliches Training    ausgelösten vergleichbar

Die durch Elektrostimulation erzeugten Muskelzuwächse sind lediglich eine Folge der Arbeit (=der Kontraktionen), die der Muskel in Reaktion auf die Stimulation seines motorischen Nervs leistet. Um wirksam zu sein, müssen die elektrisch induzierten Muskelkontraktionen notwendigerweise kraftvoll sein. Gilles Cometti vom Centre d’Expertise de la Performance der Universität Dijon betrachtet eine Basisspannung als wirksam, die mindestens 60 % der Maximalkraft entspricht, die bei trainierten Sportlern erforderlich ist, um zu einem Kraftzuwachs zu führen, was eine bestimmte Aufopferung verlangt, die mit mehreren gewollten Trainingseinheiten vergleichbar ist.

4.Weisheit des Muskels:ein Muskel, der übermäßig durch Elektrostimulation    angeregt wird, erschöpft sich und kontrahiert nicht mehr

Es gibt ein Sättigungsphänomen, welches in der englischsprachigen Welt als 'Muscle wisdom' (Weisheit der Muskeln) bezeichnet wird und dazu führt, dass ein Muskel, der übermäßig (zu lange oder zu oft) durch Elektrostimulation angeregt wurde, sich erschöpft und nicht mehr durch Kontraktion auf die Stimulation reagiert. Dies schließt den Rückgriff auf lang andauernde Einwirkungen aus, die vollkommen unwirksam sind.

5.Ergänzende Technik und kein Ersatz für willentliches Training

Die Elektrostimulation ist eine ergänzende Technik, die das willentliche Training nicht ersetzen soll. Die Leistung des Sportlers setzt sich letztendlich aus mehreren Qualitäten zusammen : Herz-Kreislauf-System, Technik... und Muskulatur, und nur bei dieser ist die Elektrostimulation wirksam. Die Geschichte des Athleten, der seine Leistungen steigern konnte, nachdem er seine gewollten Trainingseinheiten durch Elektrostimulationssitzungen ersetzt hatte, ist ein Mythos, der jeglicher Grundlage entbehrt.

6.Die Erholungsprogramme können die Muskelleistung nicht verbessern

Eine weitere Indikation für die neuromuskuläre Elektrostimulation ist die Anwendung zur Erleichterung der Erholung nach einer Anstrengung. Dies wird mit Hilfe spezieller Erholungsprogramme bewirkt, die dem Patienten weniger abverlangen als die Programme vom Typ "Muskelstärkung". Die Wirkungen sind vaskulär (Verbesserung des Blutflusses), schmerzlindernd (Freisetzung von Endorphinen) und krampflösend, und werden durch eine schwache Muskelaktivität erreicht, die nicht in der Lage ist, die Muskelleistung zu verbessern, selbst wenn die Sitzungen in übereilter Weise wiederholt werden.
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